Neues im April


Passend zum Frühlingswetter, das uns alle nach draußen zieht, gibt es nun von Hans Gerlach („Kochen fast ohne Zeit“, „Kochen fast ohne Rezept“) und Susanna Bingemer ein wunderbares Buch, das nicht nur Fans saisonaler und regionaler Produkte sofort in Gedanken einen Gemüsegarten anlegen lässt. „Gartenküche“ verbreitet schon durch seinen farbenfrohen Einband gute Laune. Und das setzt sich im Inneren des Buches fort. Zum Einen sind da phantastische Bilder, in die man sofort hineingezogen werden möchte, zum Anderen gibt es viele kreative, saisonale Rezepte. Das Buch ist nach Jahreszeiten gegliedert, in jedem Kapitel gibt es Kurzportraits zu den gerade reifenden Gemüsen, Früchten und Kräutern mit Tipps zum Anbau und der Ernte. Darauf folgen dann die passenden Rezepte. Bald gibt es Bärlauchblini, Risotto mit Radieschenblätterpesto und Karamellisierten Rhabarber mit Buttermilcheis. Voller Vorfreude auf den Sommer träumt man bereits von eisgekühltem Gurkenlassi mit Marillen. Wer keinen Garten hat, kann sich Kräuter, Salat und Tomaten auf dem Fensterbrett oder dem Balkon ziehen oder kauft die frischen Zutaten einfach auf einem Bauernmarkt und verarbeitet sie dann knackfrisch – so haben auch die beiden Autoren begonnen.

Gartenküche, Hans Gerlach und Susanna Bingemer, Gräfe und Unzer, € 25,70

 

Naturgemäß verspricht nahezu jedes Kochbuch Genuss. Nicht bei vielen wird dieses Versprechen so unmittelbar eingelöst wie von Ute Woltrons höchst charmantem Büchlein über sammel- und pflückbare Genüsse aus Garten und freier Natur, denn schon allein die Lektüre desselben bereitet größtes Vergnügen. Und bleibt sicherlich nicht ohne Folgen: Sie werden fortan Maiwipferl und das linke, untere Ende eines Kornellkirschenstrauches mit anderen Augen sehen, an Pelargonien denken wenn Sie eine Prise Wahnsinn in Ihrem Leben vermissen und sich vielleicht irgendwann darüber wundern, dass manche Leute Pesto noch käuflich erwerben. Wahrscheinlich werden Sie außerdem verstohlen Ihren Küchenschrank nach leeren Marmeladegläsern, Nachbars Wiese nach Löwenzahn und den Gartenkatalog nach Samen und Pflänzchen durchsuchen, und dann ist es schon passiert: das nächste Erntejahr wird arbeitsreich, genussvoll und sehr sehr vergnüglich!

99 Genüsse, die man nicht kaufen kann, Ute Woltron, Christian Brandstätter Verlag, € 25,00

 

 Dass Fast Food auch Slow Food sein kann, wissen die Londoner schon längst. Leon startet als kleines Unternehmen auf Londons Carnaby Street mit dem Ziel gutes, frisches, gesundes Fast Food zu servieren. Gelungenerweise, denn kürzlich ist Baby-Leon Nr. 9 zur Welt gekommen. 
Das Leon Kochbuch gliedert sich in zwei Teile: Im ersten machen einem die berühmten Fleischbällchen, frische superfood Salate und Chicken-Curries den Mund wässrig. Vor Allem aber Gerichte, die nicht länger als 20 Minuten auf sich warten lassen müssen, bevor sie weggeschlemmt werden können. Frühstücksideen, Party Food oder Kindersnacks sind einige der Überschriften. 
Im zweiten Teil ist Fast Slow Food das Thema: Rezepte die gut zu vorbereiten sind, um sie bei großem Hunger einfach aufwärmen zu können. Persönliches Deluxe-Fastfood also. Lustige und bunte Collagen, Polaroidfotos mit Rezepten von Freunden und Familie unterstreichen den besonderen Charme und die Natürlichkeit der Gerichte - genau das soll kochen sein. Mit Leon in der Küche wird dieser Platz garantiert der liebste. 



Leon. Natürlich Fast Food. Ehrlich. Einfach. Gut. Henry Dimbleby und John Vincent, Dumont € 30,90

   

"Granatapfel, Sumach und Zitrusduft" - der Titel allein verspricht
 mediterran-orientalischen Aromenzauber, und die gelungene Übersetzung von 
Silvena Rowes verführerischem Buch löst dieses Versprechen mit jedem 
enthaltenen Rezept ein: in Gedanken kocht man beim Blättern Stubenküken mit Zaatar und Pistazien, dazu Quitten-Rosenmarmelade, löst nebenbei 
Granatapfelkerne für einen Salat aus, hat schon einen Orangen-Haselnusskuchen im Rohr und den Orangenblütensirup dazu im Topf. Und 
ist flugs in eine andere, buntere, intensive Geschmackswelt entschwunden.
 Steht schon seit der Erscheinung der englischen Originalausgabe im "Babette's own" Regal!

Granatapfel, Sumach und Zitrusduft, Silvena Rowe, AT Verlag € 25,60

 

Dass Steffen Henssler phantastisch Sushi zubereiten kann, ist ja bekannt. Spätestens durch „Hauptsache lecker“ ist jetzt zudem bewiesen: auch andere Gerichte entspringen seiner Kreativität. Klassiker, wie z.B. Ratatouille oder ein Club Sandwich werden von ihm durch Zugabe von Shiitakepilzen, Teriyakisauce, Chili und Koriander neu interpretiert; häufig orientieren sich die Rezepte an der California-Fusion-Küche. Thunfischtartar auf Birne und Bohnen oder der mit unzähligen Kräutern ummantelte Käse vom Grill machen Lust, sofort loszukochen. Praktisch ist die Unterteilung in Themengebiete wie z.B. Feierabend, Küchenparty oder Asiatische Brotzeit und die Sammlung von Grundrezepten im Anhang. Nebenbei gewährt Steffen Henssler auch Einblicke in sein berufliches und privates Leben. Ein Buch, das in jeder Hinsicht gefällt und in dem der Titel Programm ist.

Steffen Henssler, Hauptsache lecker, Dorling Kindersley € 25,70

 

Und, was gibt's heute zum Essen? Schluss mit der ewigen Frage und den Entscheidungen um den täglichen Speiseplan. Mit viel Witz und kreativem Fingerspitzengefühl tritt der Kultkoch Stéphane Reynaud mit einem kulinarischen Kalender in die Manege. 365 hinreißend illustrierte Rezepte aus der einfachen, raffinierten Landküche führen durch die Jahreszeiten und sind eine wahre Liebeserklärung an Frankreich und alle Landesteile. Applaus verdienen die besonders schönen, kleinen Geschichten zu Rezepten, Vorschlägen und Entstehungen. Nun hat jeder Tag des Jahres ein kulinarisches Highlight und sorgt für Standing ovations!

365 Rezepte aus der französischen Landküche, Stéphane Reynaud, Christian Verlag € 41,10

 

Tajine, das marokkanische Schmorgefäß und mediterrane Rezepte, passt das zusammen? Der italienische Koch Bruno Barbieri präsentiert in „Tajine italienisch“ 28 leicht nachzukochende Rezepte, in denen mediterrane Zutaten in der Tajine zubereitet werden. Von Suppen über Fisch und Fleisch bis zu Obst ist alles dabei. Es finden sich eine Gemüsesuppe mit Tortelli, die an eine klassische italienische Minestrone erinnert, Perlhuhn-Tajine mit Trockenfrüchten und Minze, das Elemente der marokkanischen Küche aufnimmt und ein Tajine mit Fisch- und Meeresfrüchten, das schon jetzt Lust auf den nächsten Sommerurlaub an Italiens Küsten macht. Wie schon im Vorgänger aus dem gleichen Verlag (ebenfalls sehr empfehlenswert: „Tajine: Würzige Eintöpfe aus Marokko“) werden Tipps zur Verwendung des Kochgeschirrs gegeben. Tajine und italienische Gerichte: am Ende bleibt nur noch die Frage, warum man nicht schon früher auf die Idee gekommen ist, diese beiden Stile zu verbinden. 

Bruno Barbieri, Tajine italienisch, Hädecke, € 13,40
 

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